Tanja Schütz 09.05.2017

Physiotherapie für schöne Beine: Gezielte Übungen gegen X- und O-Beine

Endlich kommt der Sommer, Zeit der kurzen Röcke und Shorts. Sind Sie unzufrieden mit Ihren Beinen? Leiden Sie unter X- oder O-Beinen? Hier kann Beinachsentraining helfen. Unsere Tipps: Das gängige Schönheitsideal sieht schlanke gerade Beine vor. Doch perfekte Beine haben die wenigsten. Meist ist es eine rein ästhetische Sache, die körperlich keine Beschwerden mit sich bringt. Eine Fehlstellung der Beinachse kann aber auch zu Schmerzen in den verschiedenen Gelenken des Beines führen. Es kann zu Überlastungen und Abnutzungserscheinungen kommen. In vielen Fällen gibt es jedoch gute Methoden, mit gezielten Übungen die Beinachse zu verbessern. Grundsätzliche Unterscheidung der Fehlstellung:
  • angeborene X- oder O-Beine durch Bindegewebsschwäche erworbene X- oder O-Beine
  • durch Knochenerkrankungen, Überbelastung, Traumata

Abweichungen der Beinachse

Die Beinachse definiert sich aus der Linie, die sich von der Hüfte abwärts, also vom Oberschenkelknochen durch das Knie- zum Sprunggelenk hin zieht. Sie sollte möglichst gerade durch die drei Gelenke laufen. Am häufigsten sind Fehlstellungen am Kniegelenk zu erkennen. Hier wird unterschieden: O-Beine sind Abweichungen der normalen Beinachse nach außen, X-Beine Abweichungen nach innen. Medizinisch wird die X-Bein-Stellung als Valgus, die O-Bein-Stellung als Varus bezeichnet.

Fast alle Kinder haben O- und X-Beine

Bei Kleinkindern sind O-Beine völlig normal. In der Regel verwachsen sie sich bis zum dritten Lebensjahr. Danach ist im Zuge des Skelett-Wachstums oft sogar eine gegenteilige Entwicklung hin zu X-Beinen zu beobachten. Auch das vergeht meist. Im Alter von rund zehn Jahren ist die normale Beinachse fertig ausgebildet.

Zu schwache Muskulatur

Sind Erwachsene von X- oder O-Beinen betroffen, ist meist eine Dysbalance der Beinmuskulatur die Ursache für die Fehlstellung der Beinachse. Bei vielen Patienten ist zudem eine Schwäche der Po- und Oberschenkelmuskulatur erkennbar. In der Folge entwickelt sich gerne auch ein Senk-Spreizfuß, da das Fußgewölbe abflacht. Das Kniegelenk dreht sich nach innen, das Becken kann durch eine schwach ausgebildete Po-Muskulatur zur Seite kippen, es kommt zur X-Beinstellung.

Einseitiges Training

O-Beine können Symptome verschiedener Knochenerkrankungen sein, sie können angeboren oder die Folge schwach ausgebildeter Bein- und Gesäßmuskulatur ebenso wie eines einseitigen Trainings sein. Durch einige Sportarten wird die Entstehung von O-Beinen begünstigt. Dies sind vor allem Sportarten, bei denen die Muskelgruppe der sogenannten Adduktoren an der Oberschenkelinnenseite beim Training stärker gefordert wird und damit mehr trainiert werden als die außen liegenden Abduktoren. Hierfür ist das bekannteste Beispiel Fußball.

Mögliche Beschwerden

Wer im Erwachsenenalter unter ausgeprägten X- oder O-Beinen leidet, hat oft mit Beschwerden zu kämpfen. Eine Fehlstellung der Beinachse kann zu Schmerzen in den verschiedenen Gelenken des Beines führen und sich bis in die Wirbelsäule fortsetzen. Die Folge können massive Rückenschmerzen sein. Im Knie selbst werden oft die Menisken oder der Knorpel geschädigt. Häufig sind die Symptome nach sportlicher Belastung intensiver und deutlicher spürbar.

Arthrose entwickelt sich

Auf lange Sicht kommt es bei allen ausgeprägten Bein-Fehlstellungen zu einem Verschleiß des Gelenkknorpels, was zu einer Arthrose im Knie führt. Bei X-Beinen ist verstärkt das äußere Kniegelenk betroffen, bei O-Beinen entwickelt sich eine innere Kniearthrose. Grundsätzlich hängt der Grad der zu erwartenden Arthrose aber von weiteren Faktoren wie sportliche Belastung, Übergewicht, Bindegewebsschwäche oder Verletzungen ab.

Schuheinlagen helfen

Nur in ganz schweren Fällen wird eine Operation des Kniegelenks in Erwägung gezogen, um die Fehlstellung der Beinachse dauerhaft zu korrigieren. Denn bei schwach ausgeprägten X- oder O-Beinen verbessern individuell angepasste Schuheinlagen bereits die Situation. Sie bringen das Kniegelenk in die richtige Position und begradigen dadurch die Beinachse. Vor allem bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen verspricht das langjährige tägliche Tragen dieser Einlagen gute Therapieerfolge.

Korrektur durch Muskelaufbau

Erfolgreich ergänzt wird diese Therapie durch krankengymnastische Übungen. Um die Beinachse zu begradigen, ist ein spezifisches Training der Muskulatur des betroffenen Beines oder beider Beine notwendig. Vor allem ein Aufbau der sogenannten Abduktoren soll dabei helfen die Beinachse zu stabilisieren und somit den langfristigen Auswirkungen der X-Beine entgegenzuwirken. Zur Gruppe der Abduktoren zählen jene Muskeln, die sich an der Außenseite der Beine befinden. Werden diese gestärkt und zusätzlich die kleinen Muskelgruppen am Sprunggelenk stabilisiert, trägt es dazu bei, dass das Sprunggelenk im Allgemeinen gefestigt wird.

Den Einbeinstand üben

Hilfreiche Übungen sind unter anderem Kniebeugen zur Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur, bei denen allerdings genau auf die korrekte Stellung der Beine geachtet werden muss. Ferner werden beim Einbeinstand Gleichgewicht, Koordination und Kraft verbessert. Hier können verschiedene Variationen wie beispielsweise eine weiche Unterlage, das Balancieren auf einem Wackelbrett oder Jonglieren mit einem Ball für Fortgeschrittene für Abwechslung sorgen. Wer öfter zu Hause vor dem Spiegel (zur Selbstkontrolle) übt, darf sich über raschere Erfolge freuen.

Training an Geräten

Reicht eine krankengymnastische Behandlung und Eigenübungen durch den Patienten nicht aus um die Problematik zu beheben, hilft häufig auch ein gerätegestütztes krankengymnastisches Training, in dem die Muskulatur noch intensiver trainiert wird.

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Tanja Schütz 01.04.2017
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